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Infos für MusikerInnen

Die Galapagos Inseln kennen viele nur aus dem Biologiebuch oder den Naturdokumentationen aus dem Fernsehen. Tatsächlich ist das Bild, welches dort von den Inseln vermittelt wird gar nicht so falsch. Man lebt inmitten eines Naturparadieses, weit ab von jeglichem Festland, allein im Pazifik. Entgegen der weit verbreiteten Vermutungen gibt es jedoch neben der Vielzahl an endemischen Tieren auch Menschen auf den Inseln. Bei diesen handelt es sich fast ausschließlich um zugezogene vom Festland, die wenigsten leben schon seit mehreren Generationen dort. Die Mentalität ist sehr ecuadorianisch, Pünktlichkeit steht nicht hoch im Kurs, man geht alles gemütlich an und Musik ist extrem wichtig. Verstärkt wird all das dadurch, dass Galapagos eine Insel ist. Hier verschwindet nichts und niemand mal eben.

Sehr prägend ist dabei auch der Tourismus. Bis zu 200.000 Touristen besuchen jährlich die Inseln, was bei gerade mal 17.000 Einwohnern in der größten Stadt Puerto Ayora eine Menge ist. Der Einfluss ist nicht zu leugnen, die Promenade in der Stadt Puerto Ayora ist modern, gut gepflegt und ein Restaurant mit westlichen Standards reiht sich ans nächste. Touristen kommen aus den USA, Südamerika und Europa und sind großteilig Rentner, die aufgrund der einmaligen Fauna und Flora kommen. All das heißt aber nicht, dass es kein typisch ecuadorianisches Leben gibt. Man muss nur drei Straßen von der Promenade in Richtung Landesinnere laufen und man ist mitten drin. Kleine Betonhäuser, manche bemalt, manche in Natur grau, Menschen und Tiere, die auf den Straßen sitzen, kleine Tiendas, Straßenessen und natürlich Salsa!

Als Freiwillige seid ihr keine Touristen. Natürlich werdet ihr viel vom touristischen mitbekommen, aber das ist auch selbstverständlich, denn Tiere und Landschaften sind einfach einmalig und wunderschön. Jedoch habt ihr auch viel mit den Menschen zu tun. Und viele von denen wohnen eben nicht in den 5-Sterne Hotels mit Meerblick, sondern in dem kleinen 2 Zimmer Häuschen mit Wellblechdach direkt an der Hauptverkehrsstraße. Ohne warmes Wasser und ohne Klimaanlage. Aber dafür mit sehr leckerem Essen und einer freundlichen und herzlichen Familie.

Das Projekt auf den Galapagos Inseln ist ein sehr junges Projekt und durchlebt momentan viele Veränderungen, darum können wir noch nicht garantieren wie es in ein paar Monaten dort zugehen wird. Die Wohnsituation ist inzwischen geklärt. Das Casa de la Cultura hat ein Haus für alle Freiwilligen, die dort in einer Wohngemeinschaft zusammen leben. Dabei wohnen nicht nur Deutsche in dem Haus, sondern auch andere Freiwillige aus Ecuador und der ganzen Welt. Die Wohnsituation kann sich erfahrungsgemäß jedoch immer mal wieder ändern. In anderen Projekten haben wir sehr gute Erfahrungen mit Gastfamilien gemacht und wollen euch diese eigentlich nicht verwehren um euch den perfekten Einblick in das Leben und die Kultur Ecuadors bieten und streben diese langfristig an.

Die Unterrichtssituation wandelt sich auch stetig. Bis vor kurzem haben wir noch in einer Schule einige Räume genutzt, was jedoch nicht wie geplant funktioniert hat. Häufig waren unsere Räume besetzt und andere gesperrt wegen Einsturzgefahr. Danach unterrichteten wir im Gebäude von Fundar, wo sich auch deren Büros befanden. Das funktionierte solange nur wenige Freiwillige dort waren. Nun unterrichten wir in einem Gebäude des Casa de la Cultura, sowie in einer Schule.
Jeder Freiwillige hat bis zu 12 Schüler (bei Gruppenunterricht mehr), die jeweils 2 Zeitstunden pro Woche Unterricht bekommen. Gerne gesehen ist auch Ensemble- und Bandarbeit, sobald einige Schüler gut genug sind. Die meisten Schüler sind noch auf Anfängerniveau, allein Geige und Gitarre werden seit längerer Zeit konstant unterrichtet. Bei deinen Methoden und Ideen sind dir da keine Grenzen gesetzt! Für sehr junge Kinder (jünger als 5 Jahre) haben wir auch schon musikalische Früherziehung angeboten. Auch Percussion-Ensembles bieten sich in dieser Anfangsphase immer gut an. Konzerte finden auch relativ regelmäßig statt, deren Planung und Durchführung ebenfalls bei euch liegt. Natürlich dürft auch ihr Lehrer bei Konzerten und Veranstaltungen spielen. Im November letzten Jahres wurde sogar ein Musikcamp in den Highlands von Galapagos organisiert in einem Naturreservoir. Dort haben Schüler und Lehrer, sowie einige Eltern für drei Tage zusammen gelebt und viel Musik gemacht mit dem Ziel eines großen Abschlusskonzertes im Dezember. Ihr könnt euch bei allen Ideen, die ihr habt immer die Unterstützung des Casa de la Culturas oder der Eltern eurer Schüler holen, diese stehen meist auf eurer Seite und unterstützen euch bei allem was ihr tut.

Ein typischer Tag im Paradies:
(keine Gewähr)

9:00 Uhr:
Erstes Erwachen. Entweder die Sonne scheint und es ist warm, oder es nieselt und es ist warm.

10-12:30 Uhr:
Freie Zeit: Man muss ins Büro um organisatorische Sachen zu klären, Unterricht vorbereiten, oder sogar schon am Strand liegen und surfen (aufstehen dann um 7 Uhr)

13:00 Uhr:
Mittagessen. Entweder in der Gastfamilie, bei Freunden oder selbst gekocht

14:30-20 Uhr:
Unterricht, Ensemble- und Bandarbeit, Freistunden oder auf Schüler warten

20:00 Uhr:
Schnell nach Hause und etwas essen

21:00 Uhr:
Frisbee im Skaterpark direkt am Meer

23:30 Uhr:
Entweder: Nach Hause und Schlafen. Oder: Mit der Mannschaft in die nächste Bar und noch ein Bier trinken und Kicker oder Billard spielen.

1:00 Uhr:
Definitiv schlafen.

ACHTUNG: Zeiten ohne Gewähr, ecuadorianische Verspätung beachten

Weitere Details

Für die Arbeit auf den Galapagos solltest du mindestens 18 Jahre alt sein und Verantwortung für dich und deine Mitmenschen übernehmen können. Spanisch Kenntnisse sind keine zwingende Voraussetzung, aber es ist natürlich von Vorteil und erleichtert den Einstieg, wenn du etwas Spanisch sprichst.

Da das Projekt wie gesagt noch immer in den Kinderschuhen steckt, solltest du Eigeninitiative mitbringen.  Nicht alle Strukturen sind fest vorgegeben und so kommt es bei  Tages-/ Konzert-/ oder Ausflugsplanungen auch auf deine persönliche Initiative an. Wir sind offen und freuen uns immer über neue Ideen!